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Großstädte in Deutschland - Lübeck

Ludwigshafen am Rhein, nach Mainz zweitgrößte Stadt von Rheinland-Pfalz ist eine kreisfreie Stadt und Verwaltungssitz des Rhein-Pfalz-Kreises (bis 2003 Landkreis Ludwigshafen). Sie liegt am linken Rhein-Ufer, gegenüber der baden-württembergischen Stadt Mannheim und ist vor allem bekannt durch die BASF, die hier ihren Sitz hat. Nächst größere Städte sind Mannheim, nur wenige Meter östlich am anderen Rheinufer und Mainz ca. 80 km nördlich.

Ludwigshafen bildet eines der 5 Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und mit dem baden-württembergischen Mannheim ein sog. Doppelzentrum.

Die Einwohnerzahl der Stadt Ludwigshafen am Rhein überschritt um das Jahr 1925 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Ludwigshafen liegt in den Auen am linken Rheinufer des Oberrheingrabens, gegenüber der Mündung des Neckars in den Rhein.

Wappen

Beschreibung: In Rot ein gesenkter goldener Anker. Die Stadtfarben sind Rot-Gelb-Rot.
Bedeutung: Der Anker als Symbol der Schiffahrt soll die Stadt am Rheinhafen versinnbildlichen. Das heutige Wappen wurde am 14. September 1937 vom Reichsstatthalter in Bayern genehmigt. Der Anker war auch im 1. Wappen der Stadt aus dem Jahre 1853 abgebildet. Mit der Eingemeindung von Nachbarorten veränderte sich auch das Wappen und zwar 1895 und erneut 1900. Die damaligen Wappen zeigten einen vierteiligen Wappenschild mit Anker, Rauten und Spaten bzw. Anker, Rauten, Spaten und Schlüssel. 1937 reduzierte man die Wappenbilder auf den Anker allein. Die Stadtfarben, die sich üblicherweise von den Wappenfarben ableiten wurde erst 1895 offiziell genehmigt.

Geschichte

Der Raum Ludwigshafen ist bereits seit sehr früher Zeit besiedelt. Im Bereich des Ortsteils Rheingönnheim existierte das Römerkastell Rufiniana. Durch die Gemarkung der Ortsteile Maudach und Oggersheim führte die wichtige Römerstraße von Speyer nach Worms. 1607 gründet Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz als Brückenkopf der Festung Mannheim am Westufer des Rheins eine Schanze, welche nach der Neugründung der Stadt Mannheim 1720 ausgebaut wird. Die Festung wird zwischen 1799 und 1804 von Frankreich geschleift. 1811 entsteht an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz am Rhein. Nach dem Wiener Kongress 1815 kommt die westlich des Rheins gelegene Pfalz zu Bayern. Das Gebiet der späteren Stadt Ludwigshafen gehört somit zunächst zum Distrikt bzw. Kanton Mutterstadt des Landkommissariats Speyer im Rheinkreis. Ab 1820 entsteht auf dem Gelände ein privates Handelshaus, das 1843 vom bayerischen Staat erworben wird. Dieser benennt es zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen um und unterstützt die rasche Aufsiedelung als Gegenpol zur badischen Stadt Mannheim. Neun Jahre später wird die aufstrebende Siedlung zu einer selbständigen Gemeinde innerhalb des Landkommissariats Speyer (heute einem Landkreis vergleichbar) erklärt, die mit Wirkung vom 14. April 1853 formell errichtet wird. Ihre Gemarkungsfläche beträgt 366 ha, die sie wie folgt erhält: 240 ha von der Gemeinde Friesenheim und 126 ha von der Gemeinde Mundenheim (beide Orte werden später eingemeindet). Am 8. November 1859 wird die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben und bildet ab 1860 einen eigenen Distrikt innerhalb des Landkommissariats Speyer. Am 8. Mai 1865 wird die Konzession zur Ansiedelung der Firma BASF erteilt. Diese Firma war kurz zuvor als "Badische Anilin- und Sodafabrik" errichtet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die "badische" Firma nach Ludwigshafen in die Pfalz übersiedelte. Aus ihr wird später ein weltweit operierender Konzern, der das Gesicht der Stadt und deren Geschichte bis heute nachhaltig prägt.

1882 erhält die Stadt zur Unterscheidung von gleichnamigen anderen Orten den Namenszusatz "am Rhein" und 1886 wird das bisherige Landkommissariat Speyer in ein Bezirksamt umgewandelt und gleichzeitig geteilt. Damit wird Ludwigshafen Sitz eines eigenen Bezirksamtes, aus dem später der Landkreis Ludwighafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis) hervorgeht.

1891 wird die nördlich der Stadt gelegene Gemeinde Friesenheim eingegliedert. Es folgen bis 1974 weitere Eingemeindungen.

1920 wird Ludwigshafen kreisunmittelbar, d.h. es scheidet aus dem Landkreis Ludwigshafen aus, bleibt aber zunächst noch unter der Finanzhoheit des Landkreises. Der Bürgermeister erhält den Titel Oberbürgermeister. 1925 wird Ludwigshafen Großstadt. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wird 1974 die Gemeinde Ruchheim eingegliedert. Damit erreicht das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Religionen

Das Gebiet der Stadt Ludwigshafen gehörte zur Pfalz war damit überwiegend ein evangelisches Gebiet. Doch zogen schon kurz nach Gründung der Gemeinde auch römisch-katholische Bewohner zu, so dass beide Konfessionen relativ ausgewogen vertreten waren. Die evangelischen Bewohner gehörten anfangs zu den Kirchengemeinden Oggersheim bzw. Frankenthal (Pfalz), bevor sie 1862 ihre erste eigenständige Kirchengemeinde erhielten. 1913 wurde das evangelische Dekanat Ludwigshafen innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) gegründet, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören, es sei den sie sind Glieder einer Freikirche. Die römisch-katholischen Bewohner gehörten anfangs zu den Pfarreien Friesenheim, Mundenheim und Oppau, bevor sie 1857 ihre erste eigenständige Pfarrei erhielten. Um 1913 entstand das katholische Stadtdekanat Ludwigshafen innerhalb der Diözese Speyer, zu der heute alle katholischen Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

Wirtschaft

Verkehr

Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 6 Saarbrücken-Nürnberg. Im Westen der Stadt führt die Bundesautobahn A 61 Speyer-Koblenz vorbei. Ferner beginnen hier die A 65 in Richtung Neustadt an der Weinstraße und die A 650 in Richtung Bad Dürkheim. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: von Süden nach Norden die B 9, in Richtung Westen die B 37 nach Bad Dürkheim und in Richtung Süden die B 44.

Neben dem Hauptbahnhof, der 1967 als "modernster Bahnhof Europas" eingeweiht wurde, existieren in Ludwigshafen noch die Stadtteilbahnhöfe in Oggersheim, Mundenheim und Rheingönnheim. Ferner gibt es einen Werksbahnhof innerhalb der BASF sowie seit Dezember 2003 den S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte.

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahnlinien der Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL), der Rhein-Haardtbahn (RHB) der MVV-Verkehr sowie Buslinien mehrerer Verkehrsbetriebe. Seit 14. Dezember 2003 kommt die S-Bahn Rhein-Neckar hinzu, die den gesamten Rhein-Neckar-Raum erschließt und Linien bis in den Odenwald und nach Südhessen führt. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zu benutzen.

Medien

Ludwigshafen ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks. Ferner ist hier der Sitz der Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG (RPR), einer privaten Rundfunkstation, die zwei landesweite private Radioprogramme veranstaltet. Als Tageszeitung erscheint die Rheinpfalz, eine Zeitung mit mehreren Lokalausgaben.

Am 1. Januar 1984 wurde in Ludwigshafen mit dem Kabel-Pilotprojekt Vorderpfalz erstmals in der BRD die Möglichkeit privater Rundfunk- und Fernsehsender eingeführt. Über das Kabelnetz existiert ein Offener Kanal, über den alle Bürger selbst produzierte Beiträge senden können.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Theater im Pfalzbau (ohne eigenes Ensemble)
  • Studiobühne TiP
  • Prinzregenten-Theater am Hemshof
  • Theater Hemshof-Schachtel

Orchester

  • Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Das Orchester wurde 1919 in Ludwigshafen gegründet. Es wirkte u.a. bei Uraufführungen von Werken von Werner Egk, Giselher Klebe und Wolfgang Rihm mit.

Museen

  • Bürgermeister-Ludwig-Reichert-Haus (Kunstverein)
  • Karl-Otto-Braun-Museum (Kulturgeschichte)
  • Schillerhaus (Friedrich Schiller-Erstdrucke u.a.)
  • Stadtmuseum Ludwigshafen (Stadtgeschichte)
  • Wilhelm-Hack-Museum (Gondorfer Fund, Mittelalter, Klassische Moderne und Graphisches Kabinett)

Bauwerke

  • BASF-Hochhaus "Friedrich Engelhorn-Hochhaus"
  • Fernmeldeturm
  • Tortenschachtel (rundes Kaufhaus mit integrierter Straßenbahnhaltestelle)
  • Rathaus (Wahrzeichen der Stadt)
  • Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Oggersheim; bedeutendstes Baudenkmal im Stadtgebiet

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Ebertpark
  • Maudacher Bruch

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Fasnachtsumzug (jährlich im Wechsel mit Mannheim)
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende in Ludwigshafen am Rhein geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Ludwigshafen hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später von Ludwigshafen weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • 1874, 17. Oktober, Ludwig Siebert, † 1. November 1942 in Stock/Chiemsee, Ministerpräsident von Bayern 1933-1942
  • 1885, 8. Juli, Ernst Bloch, † 4. August 1977 in Tübingen, Philosoph und Schriftsteller
  • 1929, 12. November, Waldemar Schreckenberger, Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramts 1982-1984
  • 1930, 28. Januar, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident von Sachsen 1990-2002
  • 1930, 3. April im Ortsteil Oggersheim, Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler 1982-1998, Vorsitzender der CDU 1973-1998, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz 1969-1976, Vorsitzender der CDU-CSU-Fraktion im Bundestag 1976-1982
  • 1963, 7. Mai, Tara Gee, Sängerin ("Fang nochmals von vorne an")
  • Volker Bengl, Tenor
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